Visionssuche in der Natur - innere Ruhe - Mentor GU Kreß

Grübeln stoppen: Wie du das Gedankenkarussell wirklich verlässt

Drei Wege aus dem Karussell, die ich selbst erprobt habe: Grübeln stoppen - Teil 1

Es gibt einen Punkt, wo der Kopf Ruhe gibt.
Ich habe ihn in einer Winternacht gefunden, allein unter einer Plane im Wald.

Es war kalt, es war dunkel und so still, dass das Knacken eines Zweiges weithin zu hören war.
Meine Gedanken wanderten.
Ruhiger, mit mehr Abstand hier draußen.

Aber das Karussell drehte sich weiter.
Was war heute, was kommt morgen.
Ich wollte, ich wünschte, ich würde.

Doch dann, so in der dritten, vierten Stunde — plötzlich gab es diesen Moment, da war alles still.

Nicht nur außen, sondern in mir.
Alles schien wie vorher, und war doch völlig anders.
Ich wurde mir der Ruhe bewusst, einer tiefen, großen Ruhe.
Ich war nicht mehr im Karussell.

Wie soll ich es beschreiben — warm, still, lebendig — und gar nicht sensationell.
Mein Kopf war nicht leer, es kamen weiter Gedanken und Bilder und Erinnerungen.
Aber es fühlte sich ganz anders an: irgendwie passte alles, stimmte alles.

Es war nicht nur Ruhe. Es war Frieden.

Und ein Gefühl, dass alles in Ordnung war, wirklich alles.

Seither weiß ich, dass es diesen Punkt gibt.

Ich habe ausprobiert, auf welchen Wegen ich immer wieder dorthin zurück finde.
Und ich habe gesehen, auf welch unterschiedliche Weisen Menschen ebenfalls dorthin gefunden hanben.

Du kannst schauen, welcher für dich am besten passt.

Es ist nicht schwer, und du mußt nicht im Winter draußen bleiben.
Im Wesentlichen sind es drei Hauptwege, die in der Praxis funktionieren.

In diesem Artikel

  • erfährst du, warum viele Tipps gegen Grübeln überhaupt nichts bringen — und was du stattdessen tun kannst.
  • liest du, wie du deinen eigenen Weg zur inneren Ruhe findest, der tatsächlich funktioniert.
  • kannst du herausfinden, was dein Gedankenkarussell am Laufen hält und wie du dich daraus befreist.


Wenn der Kopf nicht aufhört

Du willst abschalten, willst zur Ruhe kommen, willst endlich an einem stillen Abend bei dir sein.

Stattdessen verwandelt sich dein Kopf in einen überengagierten Drehbuchautor, der Szenen ausarbeitet, die nie stattfinden werden, Dialoge erfindet, die niemand führen wird, und Konsequenzen durchspielt, die dich um drei Uhr nachts aus dem Bett holen.

Wenn du hochsensibel bist, kennst du den Mechanismus besonders gut — die Fähigkeit, ein Detail aus zwölf Perspektiven zu beleuchten, gehört zur Grundausstattung. 

Und dieses Kopfkino hast du nicht allein. 

  • Als Selbständiger nach einem Kundengespräch nicht abschalten können
  • Als Vater oder Mutter nach einem Konflikt jeden Satz immer wieder durchgehen
  • Als Ärztin nach der Schicht, wenn eine schwere Entscheidung getroffen werden musste

Es passiert überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und innerlich mitgehen, und es kann sich verselbständigen.


Mein Partner Chakie und ich hatten vor einiger Zeit eine Reise auf die Philippinen geplant.
Alles gebucht, die Vorfreude war groß.

Dann las ich von Spannungen um Taiwan, und mein Kopf machte das, was er besonders gut kann: Er entwarf in zwei Minuten ein Szenario, in dem unser Flug gestrichen wird, wir an einem Drehkreuz festsitzen, das Ganze zu einem Albtraum wird.

Was sollten wir tun, wie uns darauf einstellen? Mein Puls stieg, meine Gedanken rasten.
Ich suchte eine Lösung, fand aber keine, sondern drehte mich im Kreis.

Ich trug die Sorge ein paar Tage mit mir herum, bevor ich Chakie davon erzählte.
Seine Reaktion war knapp und nüchtern.
„Wenn du dir solche Sorgen machst, storniere deinen Flug und such dir eine andere Route. Ich werde mir die Vorfreude nicht nehmen lassen."

Das saß.
Da stand ich, mit meinem Kopfkino auf der einen Seite und seinem unbeeindruckten Pragmatismus auf der anderen.

Für ihn war das Thema mit seiner Antwort erledigt.
Und für mich war es der Punkt, der meine Gedanken an viele Möglichkeiten und Optionen auf genau zwei reduzierte — handeln oder annehmen.
Der Knoten war geplatzt, die Eventualitäten verloren an Gewicht. Ich ließ die Planung, wie sie war, und war zufrieden damit.


Diese Form von Sorge sitzt in vielen Köpfen. 

Erst gestern saß in der Sauna eine Frau neben mir und fragte mich, ob ihr Bulgarien-Urlaub wohl stattfinden kann — Kerosinmangel, Flugausfälle, kommt sie überhaupt zurück.

Viele Menschen haben das ja tatsächlich erlebt.

Die Frau hatte eigentlich keine Antwort erwartet.

Es war das Karussell in ihrem Kopf, das einen Zuhörer suchte.


Was steckt dahinter?

Was bringt uns ins Grübeln, und warum grübeln wir überhaupt?

Dahinter steckt eine überlebenswichtige Funktion unseres Gehirns, die wir als Menschheit über hunderttausend Jahre lang trainiert haben.


Grübeln versus Nachdenken - der Unterschied

Verwechsele Grübeln nicht mit Nachdenken – es gibt da einen entscheidenden Unterschied.
Nachdenken ist ein bewusster, zielgerichteter Prozess: Man sammelt Informationen, wägt Optionen ab und trifft eine Entscheidung.

Nachdenken ist zielgerichtet und kann Klarheit bringen. 

Du sammelst Information, wägst ab, kommst zu einer Entscheidung, und gut. 

Grübeln zielt nicht auf eine Lösung und bringt keine Klarheit, es kreist immer weiter, ohne zu einer Lösung zu kommen und aktiviert Gefühle von Unsicherheit und Angst.

Du spielst dieselbe Szene aus zwölf Perspektiven durch, ohne dass es viel Neues bringt. 

Das endet nicht von selbst, weil es keinen Ort gibt, an dem es enden müsste.

Im Artikel über die besonderen Merkmale von Hochsensibilität gehe ich noch genauer darauf ein: Hochsensibel? 63 Charaktereigenschaften, die typisch sind


Grübeln ist kein harmloses Kopfkino

Die Folgen, wenn das Karussell nicht aufhört, sind gut belegt: gestörter Schlaf, geschwächtes Immunsystem, gereizte Stimmung, Konzentrationsprobleme, ein erhöhtes Risiko für depressive Verstimmungen.

Wer einmal länger drinsteckte, weiß das aus Erfahrung. Was alle, die einmal länger drinsteckten, ebenfalls wissen: Die meisten gut gemeinten Tipps helfen nicht.

Chronisches Gedankenkreisen kann sogar das Immunsystem schwächen und uns krank machen. (Quelle*)

Falls du wissen möchtest, ob deine körperlichen Symptome mit hoher Sensibilität in Verbindung stehen, findest du in diesem Blogartikel Hinweise, die du so vielleicht noch nicht kanntest: Hochsensibel: Körperliche Symptome

Stresshormone werden ausgeschüttet, der Körper verspannt sich, wir schlafen schlechter und weitere körperliche Symptome stellen sich ein.


Eine schlaue Erfindung der Natur

Aber wenn das alles so ungesund ist, warum hat die Natur uns das dann mitgegeben?

Dahinter steckt eine ziemlich clevere Funktion. Denn unser Gehirn ist so etwas wie eine Problemfindemaschine. Und genau dazu gehört die eingebaute Überbewertung von Dingen, die schlecht für uns wären und die wir unbedingt vermeiden wollen - die sogenannte "Negativitätsverzerrung" (Quelle*)

Eine Fähigkeit, die uns früher das Leben gerettet hat: „Ist das nur der Wind oder ein hungriges Raubtier?“

Ein Überlebensmechanismus aus der Steinzeit also – allerdings wenig hilfreich, wenn wir einfach nur eine Reise genießen wollen.
Heute, in einem Alltag, in dem die meisten Bedrohungen abstrakt sind, sortiert dasselbe System unsere E-Mails, unsere Beziehungen und unsere Gedanken um drei Uhr nachts. 

Und wirklich fatal daran ist: Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen echten und nur eingebildeten Gefahren. Es sucht in beiden Fällen hoch aktiv nach Lösungen.


Grübelst du zu viel? Die Warnsignale

Manchmal merkt man selbst gar nicht, dass man in einer Grübelfalle steckt.
Ein sicheres Zeichen ist, wenn du wiederholt über dasselbe Problem nachdenkst, ohne neue Erkenntnisse zu gewinnen. 

Weitere Warnsignale sind:

  • Du denkst oft über Dinge nach, die außerhalb deiner Kontrolle liegen.
  • Deine Gedanken führen zu keiner konkreten Lösung, sondern verstärken deine Sorgen.
  • Du hast Schwierigkeiten, abzuschalten, selbst wenn du dich entspannen möchtest.
  • Deine Gedanken beeinträchtigen deine Stimmung und du fühlst dich schlecht. 
  • Du schläfst nicht gut, weil dein Kopf keine Ruhe gibt.


Eine Frage der Auslastung

Die große Schwäche vieler gutgemeinter "Lenk dich mal ab"- Tipps?

Joggen, Putzen, Spülen, Backen, Spazierengehen — während der Körper in Bewegung ist, läuft der Kopf nebenher weiter. Tätigkeiten, die wenig Konzentration erfordern, die du auf Autopilot abrufen kannst, helfen nicht gegen das Karussell. Tätigkeiten, die zu vertraut sind, stoppen das Denken nicht.

Was das Denken tatsächlich stoppt, ist das genaue Gegenteil. Eine Tätigkeit, die dich fordert. Etwas Neues. Etwas mit Regeln. Mit Koordination. Aktionen mit unmittelbarer Rückmeldung, die alle Ressourcen brauchen. Etwas, in dem dein Gehirn keine Schlupflöcher hat, weil seine Kapazität dafür nicht mehr ausreicht. 

Der Platz ist belegt. So wie die Rechenleistung eines Computers für vordringliche Aufgaben reserviert wird.

Vielleicht muss man suchen und ausprobieren, was für eine Aktion das sein könnte. Manchmal wirft einen das Leben mitten hinein.

In meiner Zeit als pädagogischer Begleiter führte ich mit meiner Kollegin Gerdi eine Jugendfreizeit im Wald durch. An einem Nachmittag kamen Teilnehmer aufgeregt zu uns gerannt — Natalie sei ohnmächtig umgefallen. Während Gerdi aufgeregt losrannte und dann wieder umkehrte, um ihr Handy zu holen, schnürte ich mir als Erstes die Schuhe zu und schnappte dann den Notfallkoffer. 

Alles andere war ausgeblendet, vollständig weg. 

Gerdi lobte später meine Besonnenheit. Aber sie hat mich von außen gesehen. Was kaltblütig wirkte, war für mich einfach Konzentration auf das aktuell Wichtigste. Handlungsfähig sein, Optionen durchspielen. Wie komme ich hin, was kann ich tun, wer macht was.

Ich musste nicht überlegen, was mich in´s "Hier und Jetzt" bringt. Die Verantwortung hatte mich hinein katapultiert.


Fokus setzen

Vermutlich hast du schon Ähnliches erlebt. Momente, in denen sich wie von selber etwas richtet.  

Genauso wie ich in meiner Zeit als Bühnenmagier. Ich hatte einen heftigen Streit mit meinem damaligen Partner gehabt und fuhr zum nächsten Auftritt. Er war emotional sofort oben raus gewesen, ich hatte mich zurückgezogen und steckte in Gedankenspiralen und widerstreitenden Gefühlen fest. Aber der Termin stand fest. Ich lud meine Requisiten ins Auto. Auf der Fahrt ging nur ein Teil meines Kopfes mit zum Auftritt, der andere Teil hing noch der Streiterei nach. 

Am Veranstaltungsort musste ich mich kümmern — wo parken, wo sind Eingang und Bühne, Absprachen mit dem Veranstalter, Aufbau und Requisiten richten. Da hatte ich keine Zeit mehr für die Sachen zu Hause. Und dann ging es auch schon los, der erste Moment zählt, wie ich beim Publikum ankomme. Selbstsicher und präsent verneige ich mich kurz und mit einer bedeutungsvollen Geste beginnt auch schon der erste Zauber und ein brennendes Streichholz verwandelt sich in eine Blüte — so klein, aber voller Fokus und Konzentration, und der Applaus ist sicher.

Götz Uwe Kreß als Bühnenmagier mit Hut und Robe, eine rote Blume in der erhobenen Hand, vor goldenem Vorhang

Ein Auftritt aus meiner Zeit als Bühnenmagier


Beide Male dasselbe Prinzip: ein akutes Problem oder eine Aufgabe, die deine volle Aufmerksamkeit fordert, lässt für das Karussell keinen Platz mehr. Das ist nicht Disziplin. Das ist Fokus - deine Aufmerksamkeit leuchtet wie ein Richtstrahl auf das Wesentliche, was alles andere in den Schatten stellt.

Verschiedene Wege nach diesem Prinzip hat Paarberaterin Sabine Weiß gefunden, die ich für einen anderen Artikel zu Liebeskummer und Beziehungen interviewt habe. Tennis spielen, ein Instrument lernen, Sudoku, Stricken nach Muster — Tätigkeiten, die sie nicht im Schlaf und wie auf Autopilot konnte, sondern die ihre volle kognitive Kapazität erforderten.


So besser nicht

Das Paradebeispiel für eine solche Aktivität ist ein völlig anderes, und ich bin ziemlich sicher, du kennst es auch.

Neulich legte ich das Handy zur Seite und stellte fest, dass ich eine ganze Stunde mit aktuellen Nachrichten und YoutTube-Shorts verbrachte hatte. Kommt dir bekannt vor?

Das erinnerte mich an eine Zeit in den 1990er Jahren, in der ich viel Zeit mit PC-Spielen verbracht habe, dem Strategie-Spiel "Age of Empires", dem Action-Shooter "Doom".  Dann war kein Platz mehr in meinem Kopf für die Beziehungsprobleme mit meinem depressiven Partner. Halbe Nächte verzockte ich damals. In meinem Kopf war dann kein Platz mehr für etwas anderes — kein Grübeln, kein Sorgen, nicht einmal die Erinnerung daran, dass ich eine Zigarette zwischen den Fingern hatte. Tatsächlich habe ich beim Spielen das Rauchen vergessen - komplett. 

Ich erlebte, dass volle kognitive Beanspruchung sogar eine Sucht - das Rauchen - auslöschen kann, wenn auch nur vorübergehend.

Dass das Spielen selber dabei schon suchtartige Formen annahm, fiel mir eine ganze Zeitlang überhaupt nicht auf. Du bist einfach voll in Anspruch genommen. Auch Shorts und andere digitale Inhalte können uns in ihren Bann ziehen - "Doom-Scrolling" ist ein Massenphänomen. Immer weiter, immer mehr. Stundenlang - auf Kosten anderer Dinge.

Es ist ein Verschieben und keine Lösung, aber es demonstriert anschaulich, wie das Prinzip funktioniert: kognitive Beanspruchung ist ein effektives Mittel gegen Grübeln und Gedankenkarussell. Tennis oder Sodoku funktionieren genauso gut und haben kein Suchtpotenzial. 

Rauchen ist übrigens schon seit vielen Jahren so komplett aus meinem Bewusstsein verschwunden, als hätte ich niemals geraucht, weil ich herausgefunden habe, wie der Knoten wirklich zu lösen ist. Und zwar nur durch erfolgreiche Kommunikation mit dem Unbewussten. Wie das funktioniert, erkläre ich an anderer Stelle.

Fazit: Lieber eine neue Fähigkeit erlernen als im digitalen Sog versinken. Lieber eine reale Aufgabe als ein simulierter Krieg.


Was du jetzt tun kannst

Frag dich nicht, ob du heute weniger grübeln solltest. Das funktioniert nicht — dem Grübeln entkommt man nicht durch Wollen, ähnlich wie man dem Einschlafen nicht durch Wollen näherkommt. Frag dich stattdessen, welcher der drei Wege für dich gerade trägt.

Welche Tätigkeit würde dein Gehirn so weit fordern, dass es keine Energie mehr für das Karussell hat — etwas Neues, das du immer schon lernen wolltest? Welcher körperliche Anker steht dir zur Verfügung, aus dem Kopf zu kommen — Atem, Bewegung, gezielte Entspannung? Welcher Ort, welche Stille, welcher Rahmen würde dir erlauben, einmal nicht abgelenkt zu werden, sondern wirklich anzukommen?

Die Antworten fallen bei jedem anders aus. Vielleicht fällt dir ein, dass du immer schon Klavier lernen wolltest. Vielleicht merkst du, dass du für die hellwache Zeit um drei Uhr nachts einen körperlichen "Reset-Knopf" brauchst. Vielleicht stellst du fest, dass du eine Nacht allein im Wald nie ausgehalten hättest — und dass genau darin etwas liegt, was dich ruft.

Was alle Wege gemein haben: Sie sind Entscheidungen, keine Lebenshilfe-Tipps.


Wenn du dir jemanden wünschst, der den Weg kennt

Wenn du an einem Punkt bist, an dem du anders drauf schauen willst — auf das, was sich festgefahren anfühlt, und worum es eigentlich geht - dann bin ich da.

Schreib mir eine kurze E-Mail mit dem, was dich gerade beschäftigt. Ich antworte innerhalb von zwei Tagen und sende dir, wenn es passt, eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.

Häufige Fragen

Frage 1: Was ist der Unterschied zwischen Nachdenken und Grübeln?

Beim Nachdenken geht es um Klarheit. Du sammelst Informationen, wägst ab, kommst zu einer Entscheidung — und wendest dich dann etwas anderem zu. Grübeln hat keine Richtung. Du spielst dieselbe Szene aus immer neuen Perspektiven durch, ohne dass die nächste etwas Neues bringt. Es endet nicht von selbst, weil es keinen Ort hat, an dem es enden müsste.


Frage 2: Warum helfen Standard-Tipps wie „geh spazieren" oder „atme tief" oft nicht?

Weil ein geübter Kopf solche Tätigkeiten im Autopilot abrufen kann. Während der Körper läuft, läuft das Grübel-Programm nebenher weiter. Was hilft, ist eine Tätigkeit, die deine volle kognitive Kapazität fordert — etwas Neues, mit Regeln, mit Koordination, mit unmittelbarer Rückmeldung. Oder ein körperlicher Reset über bewusste Atem- und Entspannungstechniken.


Frage 3: Welche Tätigkeit hilft am besten gegen Grübeln?

Es gibt nicht die eine Tätigkeit, sondern ein Kriterium: Sie muss neu genug sein, dass sie deine volle Aufmerksamkeit bindet. Ein Instrument lernen, eine neue Sportart, Sudoku, Stricken nach Muster sind Beispiele. Was im Autopilot läuft — Joggen, Backen, Spazierengehen — taugt dafür meist nicht. Vorsicht ist bei digitalen Medien und Action-Spielen geboten: Sie stoppen das Karussell wirksam, entwickeln aber selbst Sog-Wirkung.


Frage 4: Gibt es auch einen Weg, der über Stille statt über Aktivität führt?

Ja. Formate wie Visionssuche, Dunkelmeditation oder eine bewusst angelegte Sitzpraxis führen die Aufmerksamkeit so weit nach innen, dass das Grübel-Programm seinen Treibstoff verliert. Dieser Weg ist anspruchsvoller, weil er weniger Anker bietet, aber tiefer — weil er nicht ablenkt, sondern an die Quelle führt. Welcher Weg für dich gerade trägt, hängt davon ab, wo du stehst.


Der Realitäts-Check

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der Autor

Götz Uwe Kreß – Mentor für Identität & Wandel

Götz Uwe Kreß begleitet Menschen in Phasen der Persönlichkeitsreifung und bei entscheidenden Lebensübergängen. Mit 40 Jahren Erfahrung unterstützt er Menschen, die viel bewegen, Ballast loszulassen und wieder aus der eigenen Mitte heraus zu wirken.

Lies hier seine Gedanken zu Reife & Wandel oder sieh hier seinen methodischen Ansatz.

Lerne hier die 20 Heldenkräfte kennen, die in dir schlummern.

Götz Uwe Kreß – Mentor für Identität & Wandel

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