Hochsensibel: körperliche Symptome erkennen

von Götz Uwe Kreß 

Welche körperlichen Symptome bedeuten können, dass du hochsensibel bist, und wie du mögliche Ursachen herausfindest.

Aus medizinischer Sicht geprüft von Dr. Dr. med. h.c. F. Grimm 30.10.2023

Dieser Artikel wurde aus medizinischer Sicht geprüft von Herrn Dr. Dr. med. h.c. Florian Grimm, Internationaler Psychoonkologe und Notfallmediziner aus Hammelburg, am 30.10.2023 (mehr Infos)

Aus medizinischer Sicht geprüft von Dr. Dr. med. h.c. F. Grimm 30.10.2023

Dieser Artikel wurde aus medizinischer Sicht geprüft von Herrn Dr. Dr. med. h.c. Florian Grimm, Internationaler Psychoonkologe und Notfallmediziner aus Hammelburg, am 30.10.2023 (mehr Infos)

Bist du hochsensibel? Körperliche Symptome wie Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen oder Verdauungsbeschwerden sowie empfindliche Haut und generell hohe Schmerzempfindlichkeit kommen bei Hochsensibilität öfter vor.

Hochsensible Menschen sind häufiger von Lichtempfindlichkeit, Geräuschsensibilität, Schlafstörungen und Erschöpfung betroffen.  Auch unregelmäßige Verdauung, Atemprobleme und selbst Herz-Kreislauf-Beschwerden sind verbreitete körperliche Unannehmlichkeiten, die mit Hochsensibilität zusammenhängen können.

Hochsensibilität ist keine Krankheit. Wieso hochsensible Menschen dennoch unter körperlichen Symptomen leiden können, erfährst du in diesem Artikel!

ARrrrGh...

Diese Schmerzen!

Da waren sie wieder-

Magenkrämpfe.

Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen,

vor mir frische Chicken Wings mit knusprigem Baguette.

Es roch so appetitlich und ich war wirklich hungrig.

Aber ich konnte wieder mal nichts anrühren.

Ich trank ein Glas Wein und entspannte mich allmählich etwas.

Das Essen war inzwischen kalt geworden.


Damals hatte ich noch keine Vorstellung davon, wie man als hochsensibler Mensch die möglichen Ursachen körperlicher Symptome herausfinden kann. Wenn du weiterliest, wirst du mehr darüber herausfinden.

Ich dachte nicht viel darüber nach. Ich war einfach froh, wenn es vorbei war.

Ich hatte nur die vage Idee, dass das wohl Stress sein müsste. Probleme schlugen mir häufig auf den Magen.

Musste wohl psychosomatisch sein...


Manche Leute denken ja, psychosomatisch sei quasi nur Einbildung.

Das ist ein grobes Mißverständnis.

Psychosomatische Vorgänge können zu massiven körperlichen Problemen führen.

So könnte aus chronischen Magenschmerzen zum Beispiel eine Magenschleimhautentzündung und vielleicht sogar ein Geschwür hervorgehen.

Das kann übel enden.

Deshalb bekam ich schließlich eine Magenspiegelung verpasst. Zum Glück konnte man nichts feststellen.


Heute ist mir klar: Meine über Jahre wiederkehrenden Magenschmerzen hatten mit ungelösten Problemen zu tun, auf die mein hoch sensibler Körper reagierte.

Inzwischen habe ich gelernt, belastende Situationen in meinem Leben besser zu handhaben. Ich habe herausgefunden, wie ich meinen Alltag so organisieren und strukturieren kann, dass er zu mir passt. Ich habe gelernt, meine Emotionen zu verstehen und in geeigneter Weise mit ihnen umzugehen.

Außerdem höre ich viel aufmerksamer hin, wenn mein Körper mir etwas mitteilen will. Ich weiß heute außerdem, wie ich mit Beschwerden umgehen kann, wenn sie mit meiner Sensibilität in Verbindung stehen.

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, nicht etwa eine Krankheit. Wenn auch du einen sensiblen Charakter hast, solltest du das nicht als Bürde begreifen, sondern als kostbares Geschenk. Auch ich habe gelernt, die Probleme zu lösen und meine Sensibilität zu leben!

Können deine lästigen Körpersymptome ein Hinweis darauf sein, dass du hochsensibel bist?

Lass uns das zusammen durchgehen!

Bitte beachte dabei: Hinter den hier aufgeführten Unannehmlichkeiten können möglicherweise auch zum Teil schwerwiegende Erkrankungen stecken. Um sicher zu gehen und gesundheitliche Probleme auszuschließen, frage bitte deinen Arzt!

Die Forschung im Bereich der Hochsensibilität hat gezeigt, dass hochsensible Menschen ein erhöhtes Aktivierungsniveau im Gehirn aufweisen, wenn sie Sinneseindrücke verarbeiten. Durch diese erhöhte Aktivierung erleben sie ihre Erfahrungen oft intensiver und emotionaler als die meisten anderen. Dabei reagieren sie auch stärker auf äußere Einflüsse.

Emotionen haben einen großen Einfluss auf den Körper. Wenn wir zum Beispiel glücklich sind, schüttet unser Gehirn Glückshormone aus, die uns fit und energiegeladen machen.

Wenn wir uns dagegen traurig oder gestresst fühlen, schüttet unser Gehirn Stresshormone aus, die uns müde und schlapp machen können.

In manchen Fällen können Emotionen sogar körperliche Symptome verursachen. Diese werden als psychosomatische Reaktionen bezeichnet. Psychosomatische Reaktionen sind keine Einbildung. Sie sind reale körperliche Störungen, die durch unsere Emotionen verursacht werden.

Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Körperliche Symptome treten vor allem bei nervlicher Überreizung auf.

Infografik: Körperliche Symptome hochsensibler Menschen

Lichtempfindlichkeit

Julia setzt ein unbekümmertes Lächeln auf.

Gleichzeitig überlegt sie, wie sie den Tisch verlassen kann, ohne groß aufzufallen.

Dabei hatte sie sich gefreut, die anderen wieder zu sehen.

Doch seit sie den Raum betreten hat, fühlt sie sich von dem grellen LED-Licht geblendet, das überall von der Decke strahlt.

Sie wird Kopfschmerzen bekommen, so viel ist klar.

Ihr fällt ein, dass sie die Sonnenbrille noch in ihrer Tasche hat, und setzt sie auf.

Das bringt ihr befremdete Blicke ein und Leo spöttelt freundschaftlich.

Verständlich, dass die sich wundern. Sie kennen ja den Grund nicht. Julia weiß auch noch nicht, ob sie es ihnen erzählen möchte.

Wenn du sehr lichtempfindlich bist, können verschiedene Ursachen dahinterstecken.

Bei auffälligen Erscheinungen solltest du auf jeden Fall einen Arzt befragen, um eine Augenerkrankung auszuschließen.

Auch Migräne oder neurologische Störungen können eine solche "Photophobie" verursachen.

Aber eben auch Hochsensibilität.

Lichtempfindlichkeit kann sich in unterschiedlichen Situationen zeigen.

  • Julia reagiert stark auf allgemeine Helligkeit.
  • Andere reagieren auch auf kleinere, vor allem blinkende Lichter.
  • Ich selber fühle mich manchmal von einem Strahler in meinem Gesichtsfeld so geblendet, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren kann.

Tipps bei Lichtempfindlichkeit

  • Kommst du mit einer Sonnenbrille besser zurecht? (Nimm eine mit UV-Schutz, wenn du nach draußen gehst!)
  • Zu Hause könnten Dimmer dir helfen, mit Lichtempfindlichkeit besser zurechtzukommen.

Empfindlich auf Licht zu reagieren bedeutet für sich genommen noch nicht, dass du hochsensibel bist. Kommen noch weitere Hinweise hinzu?

Bist du zum Beispiel auch bei bestimmten Geräuschen sehr sensitiv?

Geräuschempfindlichkeit

Tobias´ Finger kleben am Glas, während er frustriert den Fleck auf seiner weißen Jeans betrachtet.

Der Tag heute war etwas stressig. Aber jetzt am Abend wollte er es sich gut gehen lassen. Seine Lieblingsmusik spielte und seine Laune war super. 

Alles lief großartig, bis jemand auf die Idee kam, die Ballons aus der Deko zum Platzen zu bringen.

Er hat seinen Drink verschüttet, als der erste Knall kam. Das war auch direkt hinter ihm! Er ist einfach so zusammengezuckt und der Caipi ging über den Glasrand. 

Tobias geht in gedämpfter Laune auf die Veranda, wo es deutlich ruhiger ist. Er fühlt sich gestresst und genervt und möchte erstmal allein sein.

Alleinsein tut ihm eigentlich immer gut, da kann er sich sammeln und regenerieren. Das ist wie ein emotionaler Reset für ihn.

Geräuschempfindlichkeit kann grundsätzlich mit Gehörproblemen oder einer neurologischen Erkrankung zusammenhängen. Wenn nichts dergleichen vorliegt, handelt es sich möglicherweise um einen Ausdruck von Hochsensibilität.

  • Tobias reagiert stark auf plötzliche, laute Geräusche.
  • Dauerlärm von Maschinen kann empfindlichen Menschen den letzten Nerv rauben. Laubbläser oder ähnliches sind prädestiniert dafür.
  • Auch ein ganz leises Summen oder Piepen wird manchmal als penetrant empfunden. (Ich könnte die Krise kriegen, wenn der Hausnachbar im unteren Stockwerk morgens seinen Wecker nicht abstellt...)
  • Das Filtern von Lauten, besonders von Stimmen, kann geräuschempfindlichen Menschen schwerfallen. Sich an einem Tisch mit mehreren Gesprächen auf einen Gesprächspartner zu konzentrieren, kann eine große Herausforderung sein. Vor allem, wenn noch Musik dabei läuft.

Tipps für Hochsensible bei störenden Geräuschen

  • Benutzt du in lauten Umgebungen schon noise-cancelling Kopfhörer?  Es gibt Hochsensible, die schwören darauf. Ich selber habe mit meinen Samsung Buds leider noch keinen Erfolg erzielt.
  • Ich selber trage seit Jahren regelmäßig Ohrstöpsel bei mir. Die haben mich schon oft vor penetrantem Lärm gerettet! Mehr über Ohrstöpsel bei Hochsensibilität.
  • Auch Entspannungstechniken können helfen. Tiefenatmung zum Beispiel. Das verringert deine Stressreaktion.

Geräuschempfindlichkeit ist für sich genommen noch kein eindeutiges Zeichen für Hochsensibilität. Oft tritt sie in Kombination mit anderen Hinweisen auf.

Wird deine Geräuschempfindlichkeit von anderen sensorischen Überempfindlichkeiten begleitet?

Reagierst du besonders empfindlich in Situationen, in denen du dich gestresst fühlst?

Dann könnte Hochsensibilität mit einer erhöhten Reizempfänglichkeit die Ursache sein. Allerdings kommen normalerweise noch weitere Kennzeichen hinzu.

Ist beispielsweise deine Reaktion auf Temperaturunterschiede auch so sensibel?

Hochsensibel auf Temperatur

Der Biergarten ist gut besucht.

Zielstrebig hat die ganze Gruppe den großen Tisch im Schatten angesteuert.

Auch Sophia ist vom Gehen noch warm.

Aber sie hat schon bemerkt, dass die Luft jetzt abkühlt.

Ein Sonnenplatz wäre ihr eigentlich lieber.

Dumm, dass sie keine Jacke dabei hat.

Jetzt hat sie sich auch noch mitreißen lassen und Limo mit Eis bestellt.

Sophia will keine Außenseiterin sein.

Fröstelnd hockt sie da, die Arme verschränkt und die Beine aneinandergedrückt.

Sie kann das Zusammensein leider nicht so genießen.

Reagierst du auch sehr empfindlich auf die Temperatur oder auf Temperaturwechsel?

Das kann mit Hochsensibilität in Verbindung stehen. Schilddrüsenprobleme oder andere Erkrankungen solltest du aber sicherheitshalber ausschließen lassen.

  • Sich schnell zu kalt fühlen und frieren
  • sich schnell zu warm fühlen
  • leicht schwitzen
  • auf nur leichte Temperaturunterschiede bereits stark reagieren

Das könnten Anhaltspunkte dafür sein, dass du hochsensibel bist.

Vor allem, wenn andere sensorische Überempfindlichkeiten dazu kommen. Zum Beispiel auf Licht und Geräusche. Oder wenn du bemerkst, dass deine Empfindlichkeit häufig in Zusammenhang mit Stress oder schwierigen Gefühlen auftritt.

Diese Tipps können bei Temperaturempfindlichkeit nützlich sein:

  • Schichtweise Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip kann dir helfen, besser auf Temperaturschwankungen zu reagieren.
  • Sorge bei kühlerem Wetter für warme, aber atmungsaktive Kleidung. Trinke ausreichend Wasser, vor allem im Sommer.
  • Auch Entspannungstechniken können helfen. Tiefenatmung zum Beispiel. Das verringert die Stressreaktion.

Eine Überempfindlichkeit gegenüber Temperaturen ist für sich allein kein sicherer Indikator für Hochsensibilität.

Doch es könnte auch eine überstarke Wahrnehmung für Berührungen damit verbunden.

Hochsensibel bei Berührung

"Wo bleibst du?" hört er Tobias rufen.

Jonas schlüpft jetzt doch in die feuchten Sandalen.

Sein Gesicht verzieht sich.

Der Sand reibt ihm noch die Haut auf!

Dann doch lieber barfuß.

Fluchend läuft er über den heißen Strand.

Der fühlt sich an wie eine glühende Herdplatte.

"Was war denn?"

"Ach, nichts", lenkt er ab.

Wenigstens sind Jonas` Füße jetzt so trocken, dass er den Sand abreiben und die Sandalen anziehen kann.

Es gibt viele Gründe, weshalb Berührung oder Kontakt sich unangenehm anfühlen oder gar schmerzen kann.

Das kann bei Grippe auftreten, bei Entzündungen, Hautproblemen und diversen Erkrankungen.

Aber taktile Empfindlichkeit kann möglicherweise auch ein körperliches Symptom dafür sein, dass du hochsensibel bist.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen.

Das sind Beispiele:

  • Jonas empfindet Sand an den Füßen wie ein Reibeisen.
  • Von der Sonne erhitzter Boden an den Fußsohlen schmerzen.
  • Innenliegende Kleidungsnähte oder Etiketten können großes Missbehagen auslösen.
  • Stoffe wie Wolle können als extrem kratzig empfunden werden.
  • Insektenstiche können schier unerträglichen Juckreiz auslösen.


Hast du mit ähnlichen Problemen zu tun? Manchmal helfen vielleicht schon kleine Veränderungen.

Tipps bei Empfindsamkeit auf Berührungen

  • Die Wahl von Kleidung aus natürlichen, atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle kann helfen, Unbehagen zu reduzieren. (Ich bekomme mit synthetischer Kleidung bei warmem Wetter einen Hitzestau. Dabei machen selbst die Socken für mich einen großen Unterschied aus!)
  • Möglicherweise bringt die Verwendung von hypoallergenen Waschmitteln eine Verbesserung.
  • Benutze Hautpflegeprodukte wie Seife nur gezielt und eher sparsam, da der Säureschutzmantel deiner Haut darunter leiden kann.

Taktile Empfindlichkeit kann man nur als Kennzeichen für Hochsensibilität sehen, wenn auch noch andere Eigenschaften hinzukommen.

Was sensible Menschen häufig erleben können, ist ein Gefühl von allgemeiner Erschöpfung.

Körperliche Symptome von Erschöpfung

"Typisch! Immer eine Sonderrolle..."

Keiner spricht es aus.

Aber es ist klar, was alle denken.

Das Picknick für die Radtour wird gerade vorbereitet.

Lena hat verkündet, dass sie erst später dazu kommt.

Es ist ihr schwergefallen, denn sie genießt dieses Wochenende sehr.

Sie muss sich nur für ein paar Stunden ausklinken.

Nach der Autofahrt, der Wanderung und langen Gesprächen am Lagerfeuer ist sie völlig erschöpft und müde.

Mit einer Decke und ihrem Buch zieht sie sich auf eine Bank im Garten zurück.

Das Alleinsein wird ihr helfen, ihre Batterien wieder aufzuladen.

Wie reagierst du, wenn du dich ausgebrannt fühlst?

Erschöpfung und Müdigkeit können durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden. Wenn das längere Zeit anhält, solltest du mit einem Arzt sprechen. Es könnte eine Erkrankung vorliegen.

Sensible und hochsensible Menschen erleben aufgrund ihrer intensiven Reizverarbeitung und ihrer starken emotionalen Beteiligung schneller und häufiger Zustände von Erschöpfung oder das Gefühl von Ausgebrannt sein.

Fühlst du dich öfters erschöpft?

Tipps bei Erschöpfung

  • Achtsamkeitstechniken und regelmäßige Pausen in einer ruhigen Umgebung können helfen, deine Energie wiederherzustellen.
  • Achte auf einen ausgewogenen Lebensstil mit ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung und Bewegung.

Erschöpfung und Müdigkeit allein sind nicht unbedingt Merkmale eines hochsensiblen Charakters.

Schon eher, wenn sie in Verbindung mit anderen sensorischen oder emotionalen Überempfindlichkeiten auftreten. Auch wenn du dich öfters überreizt fühlst, könnte das zusammen ein weiterer Hinweis auf Hochsensibilität sein.

Oder wenn du Verdauungsprobleme hast.

Körperliche Symptome: Magen-Darm

"Du isst ja gar nichts. Schmeckt es dir nicht?"

Johanna ist so bemüht, es allen recht zu machen.

Aber Laura wird dieses gemeinsame Essen wahrscheinlich bereuen.

Sie lächelt und sagt, sie sei einfach schon satt.

Vermutlich wird ihr Darm die ganze Nacht in Aufruhr sein.

Während sich schließlich alle anderen auf den Nachtisch stürzen, beschäftigt sie nur eines.

Wie kann sie sich höflich verabschieden und früher gehen?

Was sich jetzt ankündigt, möchte sie lieber in ihrer eigenen Wohnung durchstehen.

Gehörst du auch zu den Menschen mit Magen- oder Darmproblemen? 

Psyche und Stress spielen dabei oft eine große Rolle.

Denn dein psychischer Zustand und dein Verdauungssystem stehen in Wechselwirkung.

Die enge Verbindung zwischen Emotionen und Verdauung wird oft als "Bauchhirn" bezeichnet.

Starke Emotionen wie Angst, Stress oder Aufregung können zu einer verstärkten Ausschüttung von Stresshormonen führen. Dabei verändern sich deine natürlichen Darmbewegungen und der Verdauungsprozess wird gestört.

Außerdem können negative Gedanken oder anhaltende Anspannung auch die Produktion von Magensäure beeinflussen und zu Magenschmerzen oder Sodbrennen führen.

Es gibt jedoch auch organische Ursachen, die wirklich bedrohlich sein können. Deshalb unbedingt ärztlich abklären lassen!

Aber kann Hochsensibilität dabei eine Rolle spielen?

Tatsächlich leiden hochsensible Menschen häufiger unter Magen-/Darmbeschwerden als nicht hochsensible, weil sie auch stärker stressempfindlich sind.

Die folgenden körperlichen Symptome treten dann häufig auf. Hast du das auch manchmal?

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Nahrungsmittelempfindlichkeiten

Wenn deine Magen- oder Darmprobleme durch eine hohe Sensibilität bedingt sind, was kannst du dann tun?

Das könnte bei Verdauungsproblemen helfen:

  • Führe ein Ernährungstagebuch, um herauszufinden, ob bestimmte Nahrungsmittel dein unangenehmes Körpergefühl verschlimmern.
  • Mit Tiefenatmung, Autogenem Training oder anderen Entspannungstechniken kannst du deinen Stresslevel senken.
  • Auch regelmäßige Bewegung kann helfen. Das können einfach flotte Spaziergänge sein oder Nordic Walking oder Radfahren. Am besten jeden Tag für eine halbe Stunde.
  • Lege dir Pläne für deine Aufgaben an. Gehe bei der Bearbeitung nach Priorität und Gewichtung vor.
  • Vermeide Freizeitstress und lass auch Zeiten offen, für die du dir nichts vornimmst.

Magen- und Darmprobleme können also Hinweise auf eine hoch sensible Veranlagung sein. Vor allem, wenn sie mit anderen Faktoren zusammenkommen.

Zum Beispiel mit Kopfschmerzen. Auch das könnte ein Hinweis sein.

Körperliches Symptom Kopfschmerzen

Wie eine Wand schiebt es sich zwischen ihn und die Welt.

Der Schmerz in seinem Kopf breitet sich aus.

Seine Finger schließen sich fester um die Bierflasche.

Sein Daumennagel kratzt am Etikett.

Die Tanzfläche vor ihm füllt sich jetzt.

Tobias will ihn mitziehen, aber er winkt ab.

Mit einem gezwungenen Lächeln entschuldigt er sich bei Esmeralda und geht nach draußen.

Im Gang schließt er für einen Moment die Augen.

In seiner Tasche müsste ein Streifen Aspirin sein.

Viele Menschen haben mit Kopfschmerzen und Migräne zu kämpfen. Die Ursachen bleiben oft unklar. Sie können von hormonellen Veränderungen über Stress bis zu hohem Blutdruck reichen.

Hochsensible Menschen zeichnen sich durch ihre intensive Verarbeitung von Reizen aus, also von visuellen Eindrücken bis hin zu Geräuschen und sogar Emotionen. Die neuronale Aktivität und die Reaktion des Gehirns auf diese Reize können zu Spannungskopfschmerzen oder sogar Migräneattacken führen.

Die typischerweise besonders intensive Wahrnehmung von Umweltreizen und Emotionen kann die Schmerzempfindung noch weiter verstärken.

Helles Licht und laute Geräusche sind häufige Auslöser, auch als Trigger bezeichnet, die bei hochsensiblen Personen schmerzhafte Reaktionen hervorrufen.

Tipps bei Kopfschmerzen und Migräne

  • Medikamente helfen meist nur vorübergehend. Schmerzmittel sollte man nicht längerfristig einnehmen. Frag einen Arzt, wenn es nicht besser wird.
  • Du kannst versuchen, die Häufigkeit und Intensität mit Stressmanagement-Techniken zu reduzieren.
  • Finde heraus, ob du Auslöser identifizieren kannst, die sich dann hoffentlich vermeiden lassen. Bestimmte Lebensmittel oder Umweltreize könnten da in Frage kommen.
  • Ruhe und Dunkelheit können lindernd wirken.

Kopfschmerzen und Migräne allein sind kein eindeutiges Zeichen für Hochsensibilität. Sie können jedoch ein Hinweis sein, insbesondere wenn sie in Verbindung mit anderen körperlichen oder auch psychischen Besonderheiten auftreten.

Ein Indikator könnte es sein, wenn du häufiger darunter leidest. Besonders in Zeiten hoher emotionaler oder sensorischer Belastung. Ein anderer Hinweise besteht darin, dass sensible Menschen, die zu Kopfschmerzen neigen, häufig auch geräuschempfindlich oder stressanfälliger sind.

Auch Verspannungen können ein Zeichen sein. Verspannte Muskeln sind manchmal extrem schmerzhaft.

Muskelschmerzen und Verspannungen

Leonie schlüpft zwischen ein paar anderen Seminargästen hindurch.

Sie stehen im Durchgang, gerade da, wo es am engsten ist.

Das Summen der vielen Stimmen erfüllt den Raum.

Sie erspäht ihre Kleingruppe in einer Saalecke.

Zu dumm, dass sie heute nicht so fit ist.

Die Nackenschmerzen werden stärker und es fällt ihr schwer, den Kopf zu drehen.

Es war einfach alles zu viel die letzten Tage.

In Gedanken sieht sie sich schon zu Hause unter der Infrarotlampe.

Sie kann sich kaum noch konzentrieren.

Von den Inhalten des Seminars nimmt sie heute wohl nicht viel mit.

Muskelverspannungen und Schmerzen können in Folge von Überanstrengung auftreten oder auf Verletzungen oder Erkrankungen hinweisen. Auch auf Hochsensibilität?

Die physiologischen Mechanismen hinter Muskelverspannungen und Schmerzen sind komplex. Stress und emotionale Anspannung führen zur Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol, die die Muskelspannung erhöhen können. Die Kombination aus veränderter Hormonausschüttung und erhöhter Muskelaktivität kann zu anhaltenden Verspannungen und Schmerzen führen.

Hochsensible Menschen neigen eher dazu, Muskelverspannungen, Schmerzen und besonders auch Rückenschmerzen zu entwickeln.

Die Neigung zu Muskelverspannungen bei hochsensiblen Menschen zeigt sich oft in bestimmten, typischen Bereichen. Häufig sind es Nacken und Schultern, wenn sie bei Stress und emotionalen Belastungen verkrampfen. Vieles Sitzen und eine schlechte Körperhaltung verstärken diese Spannungen und führen zu Schmerzen im Rücken und in den Schultern.

Du spürst schmerzhafte, körperliche Anspannung insbesondere in stressreichen oder emotional herausfordernden Zeiten? Du zeigst vielleicht auch noch andere Wesenszüge von Hochsensibilität wie erhöhte Reizempfindlichkeit oder emotionale Überempfindlichkeit? Das könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass du hochsensibel bist.

Tipps bei Verspannungen

  • Dehnungsübungen und Yoga können verspannte Muskeln wieder weicher machen.
  • Anita hingegen hilft Wärme.
  • Auch Entspannungsübungen helfen, körperlich und auch emotional wieder lockerer zu werden.

Viele Menschen leiden unter schmerzhaften Verspannungen. Mit anderen häufig auftretenden Kennzeichen zusammen können sie aber ein weiteres Indiz für eine hochsensible Veranlagung sein. Zum Beispiel wenn du dazu auch schlecht schläfst.

Hochsensibel und Schlafstörungen

Das Licht der Straßenlaterne flackert.

Aus der Ferne dringt das Geräusch eines Güterzugs durch die Nacht.

Die Decke fühlt sich zu eng an, zu warm.

Ninas Puls steigt.

Es ist erst drei!

Eine Weile hört sie Johans leisem Atmen zu.

Schließlich steigt sie aus dem Bett, um ein Glas Wasser zu trinken.

Wenn sie morgen wieder vor der Klasse steht, muss sie fit sein.

Kannst du öfters nicht gut schlafen?

Hochsensible leiden häufiger unter Schlafstörungen als andere Menschen. Sie haben mehr Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen und mit Schlaflosigkeit. Ihre gesteigerte Reizverarbeitung und emotionale Intensität können bei starker Belastung zu Stress und Überreizung führen.

Einschlaf- oder Durchschlafstörungen haben oft mit Stress zu tun, mit Änderungen im Lebensstil oder anderen psychischen Belastungen. Gedankenkreisen verhindert das (Wieder-) Einschlafen. Zusätzlich führt noch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und anderen Reizen zu Schlafunterbrechungen.

Die mangelnde Erholung während des Schlafes kann wiederum zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und Stimmungsschwankungen führen.

Wenn Schlafstörungen vor allem in Zeiten emotionaler oder sensorischer Überreizung auftreten und mit anderen typischen Hinweisen zusammenkommen, könnte dies ein Hinweis auf Hochsensibilität sein.

Tipps für besseren Schlaf:

  • Eine ruhige und kühle Schlafumgebung und eine möglichst gleichbleibende Schlafenszeit.
  • Entspannungstechniken oder Atemübungen vor dem Schlafen.
  • Vermeide Koffein am Nachmittag. Empfindliche Personen sollten 8-10 Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen kein Koffein mehr zu sich nehmen. (Für mich ist nach 11 Uhr am Vormittag kein Kaffee oder Tee mehr drin. Ich kriege sofort die Quittung!)
  • Alkohol verschlechtert die Schlafqualität. Du solltest ihn mehrere Stunden vor dem Schlafen vermeiden. (Ich wollte zunächst nicht glauben, wie sehr sich das bemerkbar macht, kann es aber aus eigener Erfahrung nur bekräftigen!)
  • Körperliche Aktivität am Tag wirkt sich positiv auf den nächtlichen Schlaf aus, z.B. Sport oder flottes Spazierengehen.
  • Auch ein „digitaler Detox“ vor dem Schlafengehen kann hilfreich sein.

Schlafstörungen zu haben bedeutet noch nicht, dass jemand hochsensibel ist.

Aber anders sieht es aus, wenn sich zusätzliche Probleme zeigen.

Das können auch Hautreaktionen sein.

Körperliche Symptome: sensible Haut

Es duftet nach Bienenwachs und Lavendel.

Tante Beate ist immer so kreativ!

Ihr neues Hobby sind selbstgemachte Hautpflegeprodukte.

Nur natürliche Bestandteile, wie sie mehrfach betont.

Jeder der Gäste bekommt etwas von den Seifen und Lotionen als kleines Geschenk.

Alle sind begeistert, probieren und schnuppern.

Emily zögert noch.

Schließlich probiert sie eine Creme vorsichtig auf dem Handrücken aus.

Nach wenigen Minuten fängt es an zu jucken und die Haut rötet sich auch.

"Oje, allergische Reaktion?", fragt ihre Cousine, die neben ihr steht.

Emily nickt und sucht nach einer Möglichkeit, die Creme schnell abzuwaschen.

Hoch sensible Menschen reagieren häufiger mit Hautproblemen als andere.

Man konnte nachweisen, dass hochsensible Menschen häufiger unter Hautreaktionen wie Ekzemen, Nesselsucht und Schuppenflechte leiden. Bei ihnen traten diese lästigen Erscheinungen außerdem schneller auf, wenn sie unter Stress stehen. Auch kam es öfter zu allergischen Reaktionen .

In all diesen Fällen spielen Stresshormone wie Cortisol eine entscheidende Rolle. Sie führen zu einer verstärten Fettabsonderung der Drüsen und lösen Entzündungsreaktionen aus.

Chronischer Stress kann das Immunsystem beeinflussen und zu einer Verschlechterung der Hautgesundheit führen. Ein gestresstes Immunsystem begünstigt außerdem Entzündungen, die wiederum Hautprobleme verschlimmern können, zum Beispiel bei Akne und Ekzemen.

Häufige Gesundheitsprobleme der Haut hochsensibler Menschen sind vor allem

  • Rötung als Reaktion auf emotionale Reize (z.B. Verlegenheit, Wut) oder auf physische Reize (z.B. raues Material).
  • Jucken: Kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. 
  • Nesselsucht durch Stress oder starke Emotionen
  • Ekzeme
  • Akne

Körperliche Symptome der Haut sind leider auch noch dadurch gekennzeichnet, dass die den sozialen Kontakt mit anderen Menschen empfindlich stören können. Mindestens mit deinem Partner oder Partnerin solltest du das möglichst offen besprechen. Wenn es in der Beziehung zu Konflikten kommt, kann das wiederum als Verstärker wirken. In diesem Fall findest du gute Tipps bei erfahrenen Beziehungsratgebern.

Physiologische Sensibilität der Haut und Hochsensibilität im psychologischen Sinn können bei einer Person gleichzeitig auftreten. Sie sind aber nicht zwingend miteinander verknüpft.

Hilfe bei empfindlicher Haut:

  • Die Verwendung von hypoallergenen Hautpflegeprodukten und Waschmitteln kann helfen, verschiedene Hautprobleme zu vermeiden oder zu lindern.
  • Achte zudem darauf, aggressive Chemikalien und Duftstoffe zu vermeiden, die die Haut weiter reizen könnten.
  • Bei juckenden Insektenstichen hilft Wärmebehandlung mit einem elektronischen Stichheiler. (Meine persönliche Empfehlung!)

In Verbindung mit weiteren Überempfindlichkeiten könnte eine empfindliche Haut ein Hinweis auf Hochsensibilität sein.

Aber wie ist das mit Schwindel und Kreislauf?

Körperliche Symptome: Herz-Kreislauf

Toms Herz klopft schneller.

Da ist dieses Ziehen in der Brust.

Der Tag ist noch lang, doch einige Gespräche und Präsentationen hat er hinter sich.

Solche Großveranstaltungen schaffen ihn einfach.

Der Stress, die vielen Menschen, die Geräuschkulisse.

Das schlägt bei ihm auf den Kreislauf.

"Alles okay, Tom? Du siehst blass aus", bemerkt ein Kollege.

"Danke, alles gut. Bin heute nicht so fit!", meint er nur.

Er braucht jetzt einfach eine Auszeit.

Herz-Kreislauf-Unregelmäßigkeiten wie Herzrasen, hoher Blutdruck oder Schwindelgefühle können verschiedene medizinische Ursachen haben. Wenn du Probleme dieser Art hast, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen und das abklären lassen.

Kardiovaskuläres Unwohlsein kann indirekt auch mit Hochsensibilität zusammenhängen. Hochsensible Personen sind verstärkt stressanfällig. Sie reagieren intensiver und oft auch emotionaler. Starke Emotionen können das autonome Nervensystem aktivieren, das für die Regulierung von Herzfrequenz und Blutdruck verantwortlich ist, und zu beschleunigten Herzfrequenz oder sogar zu Herzrasen führen.

Stress und emotionale Belastungen wirken sich negativ auf den Blutdruck aus. Diese vorübergehenden Veränderungen in der Herzaktivität können bei hochsensiblen Menschen ausgeprägter sein. Erhöhte Sensibilität gegenüber emotionalen Stimuli kann die Herzreaktion auf unangenehme und sogar gesundheitsschädliche Weise verstärken. Dabei steigt auch das Risiko für tatsächliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Tipps zum Umgang mit Kreislaufproblemen

  • Tiefe, ruhige Bauchatmung und Entspannungsübungen können helfen, dein Herz-Kreislauf-System zu beruhigen.
  • Sport, vor allem regelmäßiges Ausdauertraining, trägt zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit bei.
  • Gesunde Ernährung wirkt sich positiv auf Blutdruck, Cholesterinspiegel und Gewicht aus und reduziert die Risikofaktoren für  Herz-Kreislauf-Probleme.
  • Stress kann Blutdruck und Cholesterinspiegel erhöhen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Stress zu reduzieren, wie z. B. Meditation, Yoga und progressive Muskelentspannung.    
  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten. Beides sind biologische Gifte und tragen unter anderem zu den Risikofaktoren hoher Blutdruck und Cholesterinspiegel bei.

Herz-Kreislauf-Probleme können also, wenn sie mit anderen charakteristischen Merkmalen kombiniert auftreten, auf eine hochsensible Persönlichkeitsstruktur hindeuten.

Zu solchen anderen Hinweisen können auch Atembeschwerden gehören.

Atembeschwerden

Sie sind zu neunt.

Gleichmäßig machen ihre Schritte ein knirschendes Geräusch auf den feinen Splitt.

Die neuen Schuhe geben Sophias ein gutes Gefühl.

Sie laufen paarweise an den Spaziergängern vorbei, der Trainer vorneweg.

Die Luft riecht frisch und es ist angenehm kühl unter den Bäumen.

Aber ob es irgendwelche Blüten sind oder was sonst?

Sophia spürt eine Enge in der Brust, das Atmen fällt schwerer.

Sie ruft den anderen zu, dass sie eine Runde aussetzt.

Jetzt könnte sie den Spray gebrauchen, der im Auto liegt.

Kontrolliert atmet sie durch die Lippen aus, wie sie es gelernt hat.

Sie findet eine freie Bank und nimmt die Kutscherposition ein.

Wenn die anderen in ein paar Minuten wieder hier vorbeikommen, wird es okay sein, hofft sie.

Allergien, Asthma und COPD sind ernsthafte Erkrankungen und können zu Atembeschwerden führen.

Wenn deine Atembeschwerden besonders in stressigen oder emotional aufgeladenen Situationen auftreten oder in Verbindung mit beispielsweise Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, könnte es aber auch ein Hinweis darauf sein, dass du hochsensibel bist.

Die Wechselwirkung zwischen psychischer Anspannung und Atmung ist eng. Emotionale Belastung kann zu einer erhöhten Spannung der Atemmuskulatur, problematischen Atemmustern und Atembeschwerden führen.

Forschungen haben gezeigt, dass hochsensible Menschen häufiger unter Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, Asthma und Husten litten. Besonders wichtig ist hier auch der Zusammenhang zwischen Atembeschwerden und Stress. Hochsensible Menschen, die aufgrund ihrer Empfindsamkeit empfindlicher auf Stress reagieren, neigen dazu, flacher zu atmen oder sogar in Hyperventilation zu verfallen.

Soforthilfe bei Atembeschwerden

  • Sophia hat die kontrollierte Lippenatmung, die bei Atemnot schnelle Linderung bringen kann.
  • Auch der Kutschersitz hat sich bewährt, um Beschwerden beim Atmen zu verbessern.
  • Zwerchfellatmung oder die 4-7-8-Atemtechnik, können das Atmungssystem beruhigen.
  • Auch Achtsamkeit und Entspannung können Atembeschwerden lindern.
  • Langfristig unterstützt auch körperliches Training deine Lungenfunktionen.
  • Achte auf saubere Atemluft und vermeide zu rauchen. Rauchen schädigt die Lunge schädigen und erhöht das Risiko für Atembeschwerden.

Atembeschwerden allein sind noch kein sicherer Hinweis auf hohe Sensibilität. In Kombination anderen typischen Eigenheiten ist das aber in Betracht zu ziehen.

Auch übergroße Schmerzempfindlichkeit gehört dazu.

Hohe Schmerzempfindlichkeit

Laura ist immer stiller geworden.

Aber sie hält tapfer mit.

Der Forstweg zieht sich im luftigen Buchenwald einen sanften Hang hinauf.

Es riecht ein bisschen nach Pilzen.

Alle sind in bester Laune.

Nur diese blöde Druckstelle im rechten Schuh tut bei jedem Schritt weh.

Wenn sie mehr auf der Außenkante läuft, geht es etwas besser.

Eine Blase gibt es wohl nicht, sie hat nachgeschaut.

Da ist nichts festzustellen.

Die Wanderstiefel sind doch gut eingelaufen!

An den neuen Sportsocken kann es auch nicht liegen.

Laura gibt sich Mühe, den Schmerz zu ignorieren.

Als die Gruppe schließlich eine Pause macht, zieht sie ihre Schuhe aus und massiert den Fuß.

Jetzt ist wieder alles gut...

Erst beim Weiterlaufen merkt sie es wieder.

So richtig genießen kann sie diesen Tag nicht.

Eine erhöhte Sensitivität gegenüber Schmerzen kann diverse Ursachen haben, darunter medizinische Bedingungen, Nervenprobleme und auch psychologische Faktoren. Aber könnte eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit auch auf Hochsensibilität hindeuten?

Menschen nehmen Schmerzen unterschiedlich wahr. Einer hochsensiblen Person wie Laura können körperliche Missempfindungen sehr zu schaffen machen. Selbst leichte Schmerzreize werden von ihr intensiver wahrgenommen.

Starke Emotionen wie Angst, Stress oder Aufregung senken dann die Schmerzschwelle und verstärken die Schmerzwahrnehmung. Umgekehrt können positive Emotionen und Entspannungstechniken die Schmerzwahrnehmung reduzieren.

Eine mögliche Erklärung liegt in der erhöhten Aktivität des Nervensystems, das aufgrund deiner Empfindsamkeit empfindlicher auf Schmerzsignale reagieren kann. Ebenso kann die verstärkte Reizverarbeitung dazu führen, dass Schmerzreize tiefer und intensiver wahrgenommen werden.

In Studien hat sich gezeigt, dass hochsensible Menschen häufiger über Schmerzen in verschiedenen Körperteilen berichteten. Obendrein empfanden sie Schmerzen häufiger als sehr intensiv.

Tipps

  • Für hochsensible Personen ist es wichtig, die eigenen Leistungs- und Belastungsgrenzen zu kennen und einzuhalten.
  • Schmerzmittel sollte man nicht langfristig benutzen. Entspannungstechniken oder progressive Muskelentspannung können helfen, die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren.
  • Benutze Schmerzmittel, wenn du sie brauchst. Du solltest sie jedoch immer nur punktuell und nicht längerfristig nehmen, da der Körper sich schnell an sie gewöhnt. Sprich darüber mit deinem Arzt!

Wenn du Schmerzen intensiver wahrnimmst als andere, könnte dies ein Zeichen für Hochsensibilität sein. Vor allem, wenn es mit anderen Indikatoren zusammenkommt wie zum Beispiel einer hohen Reizempfindlichkeit oder emotionalen Überreaktionen.

Es gibt auch einen möglichen Zusammenhang mit Übergewicht, der oft übersehen wird.

Übergewicht als körperliches Symptom

Die Tür fällt mit einem Klacken ins Schloss.

Die Tasche gleitet auf den Boden.

Julia schließt die Augen.

Für einen Moment bleibt sie einfach so stehen.

Endlich Ruhe!

Sie holt tief Luft und geht zum Kühlschrank.

In der Schublade links hat sie noch ein bisschen was.

Die bunten Verpackungen verbreiten sofort gute Laune.

Kokos-Schokolade, crunchy... mmhhhh....

Ein angenehmes Gefühl von Entspannung breitet sich in ihr aus.

Sie setzt sich an den Küchentisch, bevor sie die Verpackung aufreißt.

Man muss sich ja auch mal was gönnen.

Übergewicht ist ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko, das durch viele Faktoren beeinflusst wird. Auch hohe Sensibilität kann dabei eine Rolle spielen. Hochsensible Menschen können infolgedessen höhere Stressbelastungen erleben.

Einige entwickeln dazu auch weniger Selbstwertgefühl, weil sie sich "anders" vorkommen und sich isoliert fühlen. Beides kann emotionales Essen und Bewegungsmangel begünstigen und zu Übergewicht führen.

Stress, Überstimulation und emotionale Belastung sind wie unsichtbare Wogen, die hochsensible Menschen oft umgeben. Deine tiefe Verbindung zur Welt um dich herum macht dich nicht nur empfänglicher für äußere Reize, sondern auch für innere Turbulenzen.

In Momenten der Anspannung oder emotionalen Belastung kann die Verlockung groß sein. Geschmack, Duft und Aussehen von Lebensmitteln zusammen mit den emotionalen Aspekten des Essens versprechen Genuss, Ausgleich und Entspannung. Essen wird dadurch zur Möglichkeit, Emotionen zu bewältigen oder eine innere Leere zu füllen.

Die Gesundheitsprobleme von Übergewicht bringen in der Folge nicht nur medizinische, sondern auch neue psychische Belastungen mit sich. Ein gestörtes Selbstbild und das Gefühl von Unwohlsein im eigenen Körper können selbst wiederum Stress verstärken. Ein Teufelskreislauf kommt so in Gang.

Es gibt noch weitere Faktoren, die das Risiko für Übergewicht oder Adipositas beeinflussen können, wie Genetik, Ernährung und Lebensstil. Wenn du an Übergewicht oder Adipositas leidest, ist es wichtig, sich von einem Arzt oder Ernährungsberater beraten zu lassen.

Neigst du wie Julia zu emotionalem Essen bei Stress oder Anspannung? Wenn es dazu auch noch weitere Besonderheiten gibt, könnte Hochsensibilität eine Rolle spielen.

Schnelle Ernährungstipps, die man kennen sollte:

  • Ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind Grundpfeiler der Gesundheit.
  • Bei Übergewicht könntest du eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
  • Stressmanagement ist auch beim Thema Übergewicht von hoher Bedeutung, um den emotionalen Auslösern für übermäßiges Essen entgegenzuwirken.
  • Probiere aus, ob etwa ein entspannendes Bad, Meditation oder ein Spaziergang im Park besser zu deiner hochsensiblen Natur passen.

Übergewicht und Hochsensibilität können zusammenhängen. Dann kommen normalerweise aber auch noch andere typische Anhaltspunkte hinzu.

Wie kannst du als hochsensibler Mensch die möglichen Ursachen deiner körperlichen Symptome herausfinden?

Die Verbindung zwischen Hochsensibilität, Reizverarbeitung und Körperreaktionen ist vielschichtig. Verstärkte Reaktionen auf Umweltreize und emotionale Intensität können zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Wie kannst du einem Zusammenhang mit Stress und Überreizung auf die Spur kommen?

1. Schärfe dein Bewusstsein.

Sei achtsam gegenüber deinem Körper und deinen Emotionen. Achte darauf, wie du dich fühlst, wenn du bestimmte Umgebungen betrittst oder in bestimmten Situationen bist. Nimm wahr, ob körperliche Empfindungen auftreten, wie z. B. Spannungen im Nacken, Unruhe im Magen oder Atembeschwerden.

2. Notiere deine Körpersymptome.

Führe eine Liste oder ein Tagebuch über deine Beschwerden. Notiere, wann und in welchen Situationen sie auftreten. Versuche, Details festzuhalten, z.B. die Art der Umgebung, deine Emotionen und andere relevante Faktoren.

3. Finde wiederkehrende Muster.

Analysiere die aufgezeichneten Informationen, um Muster und Zusammenhänge zu identifizieren. Gibt es bestimmte Auslöser oder Situationen, die häufiger zu körperlichen Beschwerden führen? Kannst du eine Verbindung mit Stress und Überreizung erkennen?

4. Verlasse dich nicht auf andere.

Es gibt Autoren mit großem Publikum, die Erkrankungen bestimmten Lebensthemen und ungelösten inneren Konflikten zuordnen. Sie bieten damit einfach erscheinende Lösungen für komplizierte Zusammenhänge, die aber meist keine wissenschaftliche Grundlage haben. Als Gedankenanstoss können solche Ideen möglicherweise interessant sein.  

Indem du dich bewusst mit deinem Körper und deinen Reaktionen auseinandersetzt, kannst du besser verstehen, wie deine Hochsensibilität Einfluss auf deine körperliche Gesundheit nehmen kann. So kannst du proaktiv Maßnahmen ergreifen, um deine Gesundheit zu fördern und deine Lebensqualität zu steigern.

Hochsensibilität ist keine Krankheit.

Hochsensibel sein ist keine Krankheit. Deshalb gibt es auch keine Diagnose auf Hochsensibilität. 

Hochsensible Menschen können völlig gesund sein, ohne irgendwelche Körpersymptome zu zeigen.

Ich habe hier gesundheitliche Probleme aufgelistet, mit denen hochsensible Menschen oft zu tun haben. Meistens kann man sie als körperlichen Ausdruck einer psychischen Überlastung sehen. Das kann sensorisch sein, also mit der Überlastung deiner Sinne zusammenhängen. Es kann auch ein emotionaler Konflikt dahinterstehen. Oder beides.

Die Zusammenhänge zwischen der Psyche und dem Körper werden von der Psychosomatik erforscht. Ein super spannendes Fachgebiet. Gerade wir sensiblen Menschen können daraus viel für unsere Selbsterkenntnis und unseren persönlichen Entwicklungsweg mitnehmen.

Es macht auf jeden Fall Sinn, zusätzlich zu einer möglicherweise notwendigen medizinischen Behandlung auch nach psychologischen Zusammenhängen zu forschen.

Je besser du deine sensible Veranlagung verstehst und mit ihr zurechtkommst, je mehr du auf deinen Körper hörst und auf deine Bedürfnisse achtest, desto größer ist die Chance, dass deine Hochsensibilität sich nicht mehr in Form von körperlichen Symptomen zeigen muss.

Es kann schwierig sein, die Ursache einer Missempfindung herauszufinden. Ob es deiner sensiblen Natur zuzuschreiben ist oder ob eine Erkrankung dahintersteckt, lässt sich oft nur schwer entscheiden.


Lass deshalb ernsthafte Beeinträchtigungen deiner Gesundheit immer medizinisch abklären und behandeln. Ein Arzt wird dir sagen können, ob eine Behandlung notwendig ist.


Schließlich willst du soweit es geht gesund bleiben und Verschlechterungen vermeiden.

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Dein Uwe von sensibleHelden.de

Woher habe ich das Wissen für diesen Artikel?

  • persönliche Erfahrungen
  • eigene berufliche Kompetenz
  • eigene Recherche
  • und unter anderem folgende Quellen:

Hochsensibilität und Stress

Sensory processing sensitivity and social pain: a hypothesis and theory https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10303917/

Stress and physical symptom reports, Grant Benham https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0191886905004228

Psychosomatik

Psychosomatik -neurobiologisch fundiert und evidenzbasiert: Egle, Heim, Strauß, von Känel (Hrsg.), Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2020

 
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