Wenn du mehr fühlst, als andere sehen können
Vielleicht kennst du das. Du stehst am Fenster, die Stadt unter dir ist hell erleuchtet, effizient und laut. Du hast so viel erreicht.
Aber in deinem Inneren ist es still geworden.
Eine seltsame Kälte breitet sich aus, ein Gefühl, als hättest du auf dem Weg nach oben etwas Wesentliches am Wegrand liegen gelassen.
Früher, in der Jugend, war die Zukunft ein offenes Land voller unbetretener Pfade.
Da war ein Glitzern im Weizenfeld bei Mondschein, ein Lied in den Bächen, das von mehr erzählte als nur von fließendem Wasser.
Heute regiert die Logik.
Die Effizienz.
Das Funktionieren.
Lord Dunsanys Warnung: Wenn die Logik den Geist blind macht
Mir ist neulich wieder ein Text von Lord Dunsany in die Hände gekommen, „Die Rede von Mutter Hexe“.
Darin steht eine alte, weise Frau vor den Dorfbewohnern. Sie wollen den Zauber aus ihrer Welt verbannen, weil er ihnen unheimlich ist. Er passt nicht in ihre ordentlichen Häuser.
Sie sagt ihnen etwas, das mich tief berührt:
„Wahrlich, arm wären wir ohne Zauber, zu großem Spott der Sonne, zum Neid der Finsternis und des Raums.“
Sie warnt uns vor einer „Blindheit des Geistes“, die mit den Jahren kommen kann.
Es ist die Finsternis, in der wir nichts mehr fühlen, wissen oder begreifen können.
Weil wir alles Unerklärliche, alles Mythische aus unserem Leben gestrichen haben. Wir haben den Mantel abgelegt, der uns eigentlich gegen die Kälte des Raums schützen sollte.

In der Kinderheit konnte alles zu uns sprechen.
Was Lord Dunsany über das Älterwerden wusste
Vielleicht berührt mich die Rede der Mutter Hexe auch deshalb so, weil ich sehe: Lord Dunsany wusste, wovon er spricht, wenn es um die zweite Lebenshälfte geht.
Als älterer Mann übergab er sein Schloss an den Sohn, zog sich in ein neues Zuhause zurück – und schrieb unermüdlich weiter Geschichten, Erinnerungen und Träume in die Welt.
Kein Rückzug ins Nichts, sondern ein bewusster Übergang. In seiner Autobiografie und seinen späten Texten denkt er über vergehende Landschaften, alte Zeiten und das Weiterwirken von Erinnerungen nach.
Man spürt: Er ringt nicht darum, „noch mehr zu leisten“, sondern darum, das Licht seiner inneren Bilder weiterzugeben.
Vielleicht ist genau das das Vermächtnis eines reifen Lebens: nicht nur selbst den Zauber wiederzufinden, sondern ihn so in die Welt zu schreiben, dass andere ihn Jahre später in sich wiederentdecken können.
Aus innerer Ruhe und mit klarem Kopf.
Ein klarer Kopf durch innere Ruhe
8-Minuten Reset (mit Neuro-Change Audio)

Als wir den Zauber noch kannten
Als Kind war das noch selbstverständlich.
Da war das Licht im Wald ein Tor, die Stille ein Wesen, die Schatten sprachen in Rätseln.
Wir wussten, dass es mehr gab, als man sehen konnte.
Nicht weil es uns jemand gesagt hatte – sondern weil wir es spürten.
Und dann…
kam das Erwachsenwerden.
Kam das Müssen... und nicht mehr abschalten können.
Kam das Funktionieren... und nicht mehr aus dem Kopf kommen.
Und mit ihnen: das Vergessen.
Ich weiß, wovon ich spreche.
Jahre meines Lebens stand ich als Bühnenmagier vor Menschen und versuchte, sie zum Staunen zu bringen. Der Trick war nie das Ziel – er war nur das Mittel, um für einen Moment das Unerklärliche aufblitzen zu lassen.
Die schönsten Auftritte hatte ich vor kleinen Kindern. Sie suchten keine Erklärung. Für sie war es einfach: Zauberei.
Irgendwann habe ich aufgehört – weil zu viele Erwachsene nur noch wissen wollten, „wie es geht". Sie hatten verlernt zu staunen.

Was verborgen liegt, ist nicht verloren
Der Zauber als biologische Kraft
Wir glauben oft, Mystik sei etwas für Träumer.
Aber die moderne Wissenschaft gibt Mutter Hexe recht. Wenn wir staunen – wenn uns die Weite des Sternenhimmels oder das Leuchten eines juligelben Weizenfeldes den Atem raubt –, passiert etwas in unserem Gehirn.
In Momenten tiefer Berührung sinkt die Aktivität in jenem Netzwerk, das uns ständig um unser „Ich“ kreisen lässt – um unsere Ängste, unsere Rollen, unser Gestern und Morgen. Stattdessen öffnen sich neue Verbindungen. Wir erleben eine „globale Integration“, eine Art Dünger für unsere Nervenzellen.
Zauber ist kein Luxus.
Er ist ein biologischer Wachstumsfaktor.
Er hält uns geschmeidig. Er ist das Gegengift zur geistigen Verengung, die uns droht, wenn wir nur noch in den Bahnen der Vernunft wandeln.

Wo die Stille lebendig wird
Das Ringen gegen die Leere
Wir verbringen unser halbes Leben damit, Masken zu bauen. Wir leisten, wir führen, wir halten die Stellung. Aber das Universum hat uns nicht nur hervorgebracht, um Leistung zu erbringen. Wir sind hier, damit das Universum sich selbst begegnen kann – in all seinem Entzücken und seinem Wunder.
Viele von uns haben gelernt, perfekt zu funktionieren und Exzellenz als Schutzschild zu nutzen. Wir kennen diese Masken nur zu gut. Wir haben sie vervollkommnet, um dazuzugehören, um unantastbar zu sein. Um eine Welt zu navigieren, die uns lange Zeit nur unter Vorbehalt akzeptierte.
Doch irgendwann wird die Rüstung schwer. Sie schützt uns zwar vor dem Außen, aber sie trennt uns auch von der Quelle in unserem Inneren – von jenem Zauber, der uns erst lebendig machte.
Manche Menschen, die mehr und tiefer wahrnehmen, haben besonders feine Antennen und nehmen mehr und tiefer wahr als andere. Sie haben, was mit dem Verstand schwer zu fassen ist, oft früh gespürt und dann "wegtrainiert".
Wenn wir diesen Zauber wieder mehr zulassen, bekommt das Ringen gegen die Entropie, gegen den Verfall und die Sinnlosigkeit, plötzlich Bedeutung und Schönheit.
Und vielleicht kannst du spüren:
Du bist nicht die Welle, die an den Strand rollt und vergeht. Du bist der Ozean.
Die erste Heldenreise ging nach außen – Karriere, Anerkennung, Sicherheit. Die zweite Heldenreise geht nach innen. Sie beginnt dort, wo der Zauber wieder anklopft.

Was andere übersehen
Den Mantel wieder anlegen
Sie würde eher einen Bannspruch gegen das Brot oder das Wasser aussprechen, als gegen den Zauber, spricht Mutter Hexe. Ohne Brot hungern wir, aber ohne Zauber verhungert unsere Seele. Wir werden zu einem Spottbild dessen, was wir sein könnten.
Vielleicht ist es Zeit, die Fenster wieder zu öffnen, um das Lied der Ströme wieder zu hören.
Du brauchst keine komplizierte Anleitung. Du musst nur aufhören, den Zauber zu bannen. Erlaube dir, dich wieder zu wundern, dass du atmest. Dass du BIST.
Und tatsächlich geht es dabei um mehr als nur um unser persönliches Wohlbefinden. In der zweiten Lebenshälfte stellt sich die Frage nach dem Vermächtnis mit neuer Dringlichkeit: Was bleibt, wenn die Titel verblassen?
Ein Leben ohne Zauber hinterlässt eine kühle Welt. Wenn wir uns erlauben, wieder zu staunen, geben wir auch anderen die Erlaubnis, ihre eigene Tiefe wiederzufinden.
Und vielleicht ist das einer der wichtigsten Aspekte:
Das Licht zu halten, damit auch andere den Weg zurück zu ihrem eigenen Wunder finden.
Lichtträger und Wegbereiter, ein Grandseigneur könnte man sagen: Ich denke, Lord Dunsany war so jemand.

Präsent sein in der Stille
Ein kleiner Schritt für heute:
Geh heute Abend kurz vor die Tür. Such dir einen Fleck, wo du den Himmel siehst oder einen Baum spürst. Versuch nicht, es zu analysieren. Fühl einfach nur die Kühle der Luft oder das Rauschen der Blätter. Das ist der Anfang deines Erbteils.
Die Welt braucht Menschen wie dich
Ich schreibe diese Zeilen nicht als Ratgeber, sondern als Reisender. Seit 40 Jahren begleite ich Menschen an den Grenzen ihrer Psyche – und immer wieder begegne ich diesem Moment: dem Augenblick, in dem jemand merkt, dass der nächste Schritt keine weitere Optimierung ist, sondern eine innere Wandlung. Wenn du an diesem Punkt stehst, gibt es Wege, die ich dir zeigen kann.
Ich glaube:
Der Zauber kehrt zurück in die Welt durch Menschen wie dich.
Menschen, die leiser sind.
Empfindsam.
Nicht angepasst.
Menschen, die nicht immer nur perfekt funktionieren – aber dafür umso echter fühlen.
Wollt ihr der Erde ihr Erbteil rauben und euer eigenes gleich mit? Wahrlich, arm wären wir ohne Zauber, zu großem Spott der Sonne, zum Neid der Finsternis und des Raums.
Lord Dunsany, "Die Königstochter von Elfenland"
Häufige Fragen
Wer war Lord Dunsany?
Edward Plunkett, 18. Baron of Dunsany (1878–1957), war ein irischer Schriftsteller, der als Begründer der modernen Fantasy gilt. Seine Kurzgeschichten beeinflussten Tolkien, Lovecraft und die gesamte phantastische Literatur. Er war Soldat, Jäger und Dichter – ein Mann, der Abenteuer und Kontemplation verband.
Was bedeutet „Die Rede von Mutter Hexe"?
In dieser Erzählung warnt eine weise Frau die Dorfbewohner davor, den Zauber aus ihrer Welt zu verbannen. Ihr berühmtes Zitat: „Wahrlich, arm wären wir ohne Zauber, zu großem Spott der Sonne, zum Neid der Finsternis und des Raums." Es ist eine Mahnung gegen die Verarmung der Seele durch reine Rationalität.
Was ist mit „Zauber" gemeint?
Nicht Magie im esoterischen Sinn, sondern die Fähigkeit zum Staunen, zur Ehrfurcht, zur Verbindung mit dem Größeren. Die Neurowissenschaft zeigt: In Momenten tiefer Berührung verändert sich unsere Gehirnaktivität messbar – das „Default Mode Network" wird still, neue Verbindungen entstehen.

Bist du bereit zu gehen?
Vielleicht fragst du dich: "Und wie geht es weiter?"
In meiner Heldenmethode begleite ich hochsensible Menschen auf genau diesem Weg:
Vom erschöpften "Zu-viel-Sein" zur erfüllten Kraftquelle.
Es gibt fünf Schritte auf diesem Weg.
Der erste Schritt – der Moment, in dem du merkst "Da ist mehr" – ist der "Gesang des Sperlings": Der Weckruf des Helden.
Du bist gerade dort.
Du hörst den Ruf.
Du spürst den Zauber.
Die Frage ist: Gehst du los?
Wenn du bereit bist, tiefer zu gehen
In meinem Kurs "Statuswechsel – von erschöpft zu erfüllt" geht es genau darum:
- Deine sensible Seite nicht zu verstecken – sondern zu deiner Kraftquelle zu machen
- Das Psychogift loslassen (die inneren Stimmen, die dich kleinhalten)
- Deine Merlin-Kräfte aktivieren (deine HSP-Fähigkeiten bewusst nutzen)
- Den Weg des Helden gehen – mit der Heldenmethode als Kompass
Oder komm zu unserem nächsten Tee-Treffen
Jeden Monat treffen wir uns online – Menschen, die das Rauschen hören.
Wir trinken Tee. Wir erzählen und stellen Fragen. Wir lauschen gemeinsam.
In Präsenz, Verbindung, Zauber.
Die nächsten Termine findest du auf meiner Website und im "Heldenbrief".
Du hast den Zauber nie verloren
Vielleicht hat sich dein Leben manchmal schwer angefühlt. Vielleicht hattest du das Gefühl, nicht dazuzugehören. Vielleicht hast du dich oft gefragt, ob du einfach "anders" bist.
Aber vielleicht warst du einfach nur jemand, der den Zauber noch nicht vergessen hatte.
Und jetzt, genau jetzt, beginnt die Erinnerung.

